«Grüne» Kirchen: Ökologie als religiöse Praxis im 21. Jahrhundert
Einführung: Von der Theologie der Schöpfung zum ökologischen Aktivismus
Das Phänomen der «grünen» Kirchen (oder «ökologischen» Gemeinschaften) stellt eine der bedeutendsten und schnell wachsenden Bewegungen im modernen religiösen Landschaft dar. Es ist keine neue Konfession, sondern ein transdenominationeller Ansatz, der ökologische Verantwortung in die sehr Substanz des religiösen Lebens integriert: Theologie, Liturgie, Immobilienverwaltung, Bildung und soziales Handeln. Die Bewegung spiegelt einen tiefen Wandel wider: von der Natur als Dekoration für die menschliche Dramatik der Rettung — zur Auffassung, dass sie ein selbstwertiges Teil des göttlichen Schöpfwerks ist, dem der Mensch anvertraut ist.
Theologische Grundlagen: eine neue (und alte) Paradigma
Der Schlüsseltext, der den Prozess für die katholische Welt katalysierte, war die Enzyklika Papst Franziskus «Laudato si’» (2015) mit dem Untertitel «Sorge für unser gemeinsames Haus». Der Papst hat die Konzeption einer integralen Ökologie vorgeschlagen, die den Umweltskandal mit sozialer Ungerechtigkeit, Wirtschaft, Kultur und Spiritualität verknüpft. Er kritisierte die «technokratische Paradigma» und den Anthropozentrismus und rief zu einem «ökologischen Umdenken» auf.
Im Protestantismus wurden ähnliche Ideen im Rahmen der Öko-Theologie und der Theologie der Schöpfung (Jürgen Moltmann, Sally McFague) entwickelt. Der Akzent liegt auf:
Biblische Grundlagen: Neubewertung der biblischen Konzeptionen von «Herrschaft» (Gen. 1:28) nicht als Tyrannei, sondern als verantwortungsvolle Verwaltung (Stewardship) und Dienst (Gen. 2:15 — «anbauen und bewahren»).
Chристологischer Ansatz: Christus als Logos, durch den «alles begann» (Joh. 1:3), macht jede Materie heilig. Die kenotische (selbstverneinende) Modell des Christus wird als Beispiel für die Beziehung des Menschen zur Natur vorgeschlagen — nicht Herrschaft, sondern bescheidene Dienst und Beschränkung.
Pneu ...
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