Römisches Recht: Grundstein der modernen Jurisprudenz
Römische Recht ist nicht nur eine Sammlung von Gesetzen einer antiken Zivilisation. Es ist der Grundstein, auf dem die gesamte kontinentale (romano-germanische) rechtliche Systeme aufgebaut sind, die in den meisten Ländern Europas, Lateinamerikas, Russland und vielen anderen Staaten in Kraft sind. Sogar die angelsächsische Rechtssystem (common law) hat indirekt davon profitiert. Ausdrücke wie «presumption of innocence», «property obligates» und die berühmte Maxime «ex injuria jus non oritur» stammen von den römischen Juristen. Die Einzigartigkeit des römischen Rechts lag darin, dass es zum ersten Mal in der Geschichte das Recht von der Religion und der Moral trennte und es zu einer formellen, logisch strukturierten Systeme machte. Die Römer schufen rechtliche Konstruktionen, die so universell waren, dass sie das Fall des eigenen Reiches überdauerten und die Grundlage für das Recht der neuen Zeit wurden. 1. Periodisierung des römischen Rechts Die Entwicklung des römischen Rechts erstreckt sich über mehr als tausend Jahre (von dem VIII. Jahrhundert v. Chr. bis zum VI. Jahrhundert n. Chr.). Man unterscheidet mehrere Schlüsselperioden. Archaischer Zeitraum (753–367 v. Chr.) Das Recht dieses Zeitraums hieß «Quiritium» (jus Quirіtium). Es war streng formell, hatte einen sakralen Charakter und war nur für römische Bürger (Quiriten) zugänglich. Der Hauptquelle waren die Bräuche der Ahnen (mores maiorum) und die Gesetze der XII. Tafeln (451–450 v. Chr.) — die erste Aufzeichnung des römischen Rechts, die erstellt wurde, um den Machtmissbrauch der patrizischen Priester zu begrenzen. Diese Gesetze wurden auf Kupferplatten geschnitten und auf dem Hauptplatz Roms — dem Forum — ausgestellt. Klassischer Zeitraum (367 v. Chr. – 235 n. Chr.) Dies war der Höhepunkt der römischen Jurisprudenz. Der Beginn dieses Zeitraums wurde durch das Gesetz Petelii (326 v. Chr.) eingeleitet, das das Sklavendienst Schulden für römische Bürger abgeschafft hat ... Read more
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