Soziologie der Emotionen: Gefühle als sozialer Fakt
Einführung: Emotionen jenseits der Psychologie
Die Soziologie der Emotionen ist eine Unterdisziplin, die Emotionen nicht als rein interne, individuelle oder biologische Phänomene ansieht, sondern als sozial konstruierte, regulierte und bedeutungsvolle Handlungen. Emotionen entstehen, werden interpretiert und ausgedrückt gemäß sozialen Normen, kulturellen Szenarien und machtvollen Beziehungen. Sie sind nicht nur Reaktionen auf die Welt, sondern auch ein Instrument zur Schaffung und Aufrechterhaltung derselben. Soziologen untersuchen, wie Emotionen soziale Verbindungen formen, Institutionen legalisieren, Ungleichheit reproduzieren und kollektive Handlungen antreiben.
1. Kлючевые теоретические подходы
Émile Durkheim und kollektive Emotionen: In seiner Arbeit «Elementare Formen religiöser Leben» zeigte Durkheim, wie kollektive Rituale (Feste, Trauer, religiöse Zeremonien) «kollektiven Enthusiasmus» oder «kollektive Melancholie» generieren. Diese Emotionen, die synchron erlebt werden, schaffen ein Gefühl der Solidarität («kollektives Bewusstsein») und stärken soziale Bande. Hierbei ist die Emotion nicht ein individuelles Erlebnis, sondern ein sozialer Fakt, der extern und zwangsweise gegenüber dem Individuum ist.
Arlie Hochschild und «emotionaler Arbeit»: In ihrer klassischen Arbeit «Das beherrschte Herz» (1983) führte Hochschild das Konzept des «emotionalen Arbeitens» ein — der Notwendigkeit, Emotionen gemäß korporativen Regeln zu steuern, um bei Kunden ein bestimmtes Gefühl zu schaffen (Lächeln der Stewardess, Mitgefühl des Arztes, Enthusiasmus des Verkäufers). Sie unterscheidet zwischen «oberflächlichem» (Änderung des äußeren Ausdrucks) und «tiefem» (Änderung der eigenen Gefühle) acting. Der emotionale Arbeit wurde ein zentraler Konzept für die Analyse des geschlechtlichen Ungleichheits (Frauen übernehmen häufig unbezahlten emotionalen Arbeit im Haushalt und niedrig bezahlten — auf der Arbeit) und der Kommerzialisier ...
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