Im orthodoxen Kalender gibt es ein Datum, das als Geburtstag der russischen Religion bezeichnet werden kann. 28. Mai (15. Mai nach altem Stil) — Tag der Erinnerung an den heiligen gleichapostolischen Fürst Wladimir. Derjenige, der Russland taufte. Aber in der Geschichte blieb er unter zwei Namen: Wladimir (im Taufnamen Basilius). Warum zwei? Und warum wurde der Fürst heilig, obwohl er ein Sünder, ein Mörder, ein Vielverheirateter war? Lassen Sie uns klären. Die Geschichte ist komplex, aber wichtig.
Wladimir vor der Taufe: Rotes Sonnenschein oder Heide
Der Fürst Wladimir Swjatoslawitsch wurde um 960 geboren. Er war der Sohn des Fürsten Swjatoslaw und der Keytschik Maluša (der Geliebten). Illegitim geboren, aber ambitioniert. Nach dem Tod seines Vaters regierte er in Nowgorod, dann eroberte er Kiew, tötete seinen Bruder Jaropolk. Er wurde der einzig regierende Fürst Russlands.
Die ersten Jahre seiner Herrschaft waren grausam. Wladimir betete den heidnischen Göttern. Er errichtete auf dem Hügel in Kiew Idole Peruna, Chors, Dazhdobog. Er brachte Menschenopfer. Er hatte mehrere Ehefrauen und Hunderte von Konkubinen. Er kämpfte mit Nachbarn, erweiterte die Grenzen. Die Chroniken nennen ihn «Wladimir der Sünder».
Aber er war ein kluger Herrscher. Er verstand, dass Heidnertum die Stämme spaltet. Für ein starkes Reich braucht es eine einheitliche Religion. Und er begann die Suche.
Die Wahl der Religion: Legende und Realität
Die Chronik erzählt: Wladimir sandte Boten in verschiedene Länder. In die Wolgabulgarische (Islam) — dort lehnten sie das Wein trinken ab, aber der Fürst sagte: «Die Rus haben Freude». In die Khazaren (Judentum) — es gefiel ihm nicht, dass die Juden ihr Land verloren hatten. In Deutschland (Katholizismus) — es beeindruckte ihn nicht.
Aber in Konstantinopel (Orthodoxie) gelangten die Boten in die Kirche der Heiligen Sophien. Sie sahen die Schönheit des Gottesdienstes und beschlossen: «Wir wussten nicht, ob wir auf dem Himmel oder auf der Erde waren». Diese ...
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