Lieben und hassen gleichzeitig: Ambivalenz als neurobiologische Realität
Das Phänomen, gleichzeitig Liebe und Hass zu einem Objekt zu empfinden, ist nicht nur eine poetische Metapher, sondern ein komplexes, aber wissenschaftlich erklärbares Zustand. In der Psychologie und Neurobiologie wird es mit dem Begriff «Ambivalenz» beschrieben — das Nebeneinander widersprüchlicher Emotionen, Einstellungen oder Gedanken. Dies ist keine Pathologie, sondern eine häufige Folge der komplexen Architektur des menschlichen Gehirns und sozialer Beziehungen.
Neurobiologische Grundlage: Krieg der Systeme im Gehirn
Moderna Studien mit der fMRT (funktionelle Magnetresonanztomografie) zeigen, dass Liebe und Hass überlappende, aber teilweise verschiedene neuronale Netzwerke aktivieren.
Liebe (insbesondere Leidenschaft) aktiviert Bereiche des Belohnungssystems:
Die ventrale Pallidum (VTA) und das Nucleus Accumbens, die Dopamin freisetzen — ein Neurotransmitter des Verlangens, der Motivation und des Glücksgefühls.
Die Insel (Insula), die mit dem Selbstgefühl und der Interpretation innerer Zustände verbunden ist.
Der Hippocampus, der für die Bildung von Bindung und Erinnerungen verantwortlich ist.
Hass aktiviert auch die Insel und das Striatum, aber in einem anderen Muster. Das Schlüsseldifferenz ist die Aktivität in den Frontallappen, die mit der Planung von Handlungen, der Bewertung und der Beurteilung verbunden ist, was auf das Nachdenken über den Widerstand oder die Ablehnung hinweisen könnte.
Paradoxon: Beide Emotionen sind hochintensiv, erfordern erhebliche kognitive Ressourcen und sind tief in neuronale Wege eingebettet, die mit dem Objekt verbunden sind. Wenn das Objekt der Liebe Schmerz verursacht, wird sowohl das Belohnungssystem (mit Erinnerung an positives Belohnung) als auch die Systeme, die für Abscheu und Aggression verantwortlich sind, aktiviert. Das Gehirn versucht, zwei konfliktierende Informationsströme gleichzeitig zu verarbeiten, was als quälende Ambivalenz wahrgenommen wi ...
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