Natur und Weihnachten: Symbolik, Theophanie und Ökologische Theologie
Die Verbindung von Natur und Weihnacht Christi ist nicht nur ein Hintergrund für die Evangelienereignisse, sondern ein tiefes theologisches und kulturelles Konstrukt. Es enthüllt die Idee der Theophanie - das Erscheinen Gottes durch die Schöpfung und formt das ökologische Maß der christlichen Anthropologie, in der das gesamte Schöpfungswerk Teilnehmer der Inkarnation wird.
Weltraumdimension des Weihnachtsfestes: Stern und neue Kreatur
Der zentrale natürliche Symbol des Weihnachtsfestes ist die Weihnachtsstern. Historisch-astronomische Studien bieten mehrere Hypothesen: das Zusammenfinden von Jupiter und Saturn im Sternbild der Fische (7 v. Chr., Berechnungen von J. Kepler), das Erscheinen des Kometen Halley (12 v. Chr.) oder der Ausbruch eines neuen Sterns. Unabhängig von der astronomischen Identifizierung bleibt der theologische Sinn unverändert: die Himmelskörper werden Bote zum Messias und der Kosmos wird Mitteilnehmer des Ereignisses. Wie der byzantinische Hymnograf Pr. Kosmas Maiumskij (8. Jahrhundert) bemerkte, bei der Geburt Christi «zeigen die Sterne ein Zeichen». Dies spiegelt die frühchristliche Konzeption des «kosmischen Christus» wider, in der das Heil dem gesamten Schöpfungswerk bestimmt ist und nicht nur der Menschheit (vgl. Kol. 1:15-20).
Flora und Fauna des Weihnachtsfestes: von Realitäten zu Symbolen
Der natürliche Kontext des Weihnachtsfestes ist voller symbolischer Bilder:
Die Höhle und die Krippe. Die Verwendung der Höhle als Stall (nach dem apokryphen «Prot-evangelium Jakobus» und archäologischen Daten über den ersten Tempel von Bethlehem) betont die Kenose (Verfassung) Gottes, der in die Welt durch das ärmste, «natürliche» Unterschlupf gekommen ist. Die Krippe (Futterkörbe für das Vieh) wurde später als Altar gedeutet, auf dem eine Opferung dargebracht wird.
Tiere - Ochse und Esel. Obwohl sie in den kanonischen Evangelien nicht erwähnt werden, hat sich ihr Vorhandensein in de ...
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