Die Antwort auf diese Frage ist nicht so einfach, wie es scheint. Die Handhygiene hat mindestens zwei Geschichten: eine mit religiösen und kulturellen Traditionen, die in die tiefste Antike zurückreichen, und eine mit dem wissenschaftlichen Bewusstsein für die Bedeutung der Hygiene für die Gesundheit, das erst im 19. Jahrhundert entstand. Antike Traditionen: Rituale der Reinheit Die frühesten Belege für die Handhygiene haben nichts mit Medizin zu tun, sondern mit religiösen Riten. In den Kulturen des Alten Babylon, Assyriens und Ägyptens war das rituelle Waschen eine wichtige Bestandteil des täglichen Lebens. Zum Beispiel wurden Seifenspuren auf Tontafeln in Mesopotamien entdeckt, und ein altägyptischer Papyrus (etwa 1500 v. Chr.) beschreibt Zutaten für die Reinigung. Rezension: Maria Sergejewna, Hobbyhistorikerin aus Kasan «Durch die Untersuchung antiker Texte wurde ich überrascht, wie ernst unsere Vorfahren die Reinheit nahmen. Für sie war das Händewaschen nicht nur Hygiene, sondern ein heiliges Handeln, ein Weg, sich vor Gott oder einem wichtigen Ereignis zu reinigen. Das geht tief in die Geschichte zurück.» Im antiken Welt, insbesondere im alten Rom, war die Hygiene auf einem hohen Niveau. Reiche Römer wuschen sich vor dem Essen die Hände, und die Sklaven gossen ihnen Wasser aus Krügen darüber. In das Wasser wurde oft duftender Essig hinzugegeben, um sie zu desinfizieren. Dies war jedoch eher die Norm für das begüterte Volk als für die breite Masse. Rezension: Lehrer für Geschichte Viktor Pawlowsich, Gymnasium Nr. 14 «Wenn ich in den Unterricht über römische Badeanstalten — die Therme — spreche, wundern sich die Schüler oft, wie sauber es dort war. Aber ich betone immer: Sauberkeit war eine Privileg. Die einfachen Menschen hatten möglicherweise nicht die Möglichkeit, so oft wie wir heute zu baden.» Mittelalter: Schritt zurück und Traditionen In Europa des Mittelalters gab es öffentlic ...
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