Dolomiten: geologischer Phänomen und kultureller Landschaft
Einführung: die Einzigartigkeit des Weltkulturerbe-Objekts
Dolomiten (ital. Dolomiti), in das UNESCO-Weltkulturerbe-Verzeichnis von 2009 aufgenommen, stellen nicht nur ein Bergmassiv in den östlichen Alpen dar, sondern einen einzigartigen natürlichen Phänomen mit hervorragender universeller Bedeutung aus geologischer, geomorphologischer und ästhetischer Perspektive. Ihr charakteristisches Merkmal sind die aus Dolomitgestein (Kalziumcarbonat und Magnesiumcarbonat) bestehenden, blassen, senkrecht aufragenden Felsmassive, die am Sonnenuntergang und Sonnenaufgang in feuerrot und goldgelbe Töne gefärbt werden (Phänomen der "Enrosadira" oder des "alpinen Leuchtens"). Dieses Gebiet erstreckt sich auf etwa 142.000 Hektar in fünf italienischen Provinzen (Trento, Bolzano, Belluno, Udine, Pordenone).
Geologische Geschichte: von tropischem Meer zu Berggipfeln
Wissenschaftlich gesehen sind die Dolomiten ein "Archiv" der mesozoischen Epoche, hauptsächlich des Trias (vor 250-200 Millionen Jahren). Ihr Entstehen ist das Ergebnis mehrerer Phasen:
Meeresphase: An der Stelle der heutigen Berge befand sich der antike Ozean Tethys. Auf seinem Meeresboden sammelten sich über Millionen von Jahren mächtige Ablagerungen aus Kalziumcarbonat aus Schalen und Skeletten mariner Organismen (Korallen, Algen, Muscheln). Diese Ablagerungen bildeten zukünftige Plattformen — Atolle und Riffe des antiken tropischen Meeres.
Dolomitisierung: Der Schlüsselprozess, der den Namen der Berge gab. Der primäre Kalkstein wandelte sich unter dem Einfluss hochmagnesiumhaltiger Meereswässer teilweise in Dolomit (Mineral, erstmals von dem französischen Geologen Deodat de Dolomieu 1791 beschrieben) um. Dieser Mineral ist widerstandsfähiger gegen Erosion als Kalkstein.
Tektonischer Aufstieg: Das Zusammenstoßen der afrikanischen und eurasischen Lithosphärenplatten führte zur Erhebung des Meeresbodens auf eine Höhe von über 3000 Metern. Im Prozess der alpinen G ...
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